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Firefox OS

Die Idee, ein Betriebssytem für Smartphones auf der Basis von Webtechnologien, ist nicht wirklich neu. Palm stellte 2009 den Palm Pre und auch das damals neu entwickelte webOS vor. webOS war für mich der iOS-Killer schlecht hin. Leider meinte es die Geschichte nicht gut mit Palm, deren webOS, Pre und Pixi. Zwar hatte HP im April 2012 Palm samt webOS und Pre übernommen, aber so richtig Fahrt kam auch dann nicht wirklich auf. Inzwischen wurde der Pre eingestellt und webOS an LG verkauft. Wie es damit weiter geht weiß wohl nur LG selbst.

Im April 2011 wurde es angekündigt und wenig später erblickte es unter dem namen "Boot2Gecko" zum ersten mal das Licht der Öffentlichkeit: Firefox OS. Ein, wie webOS, auf einem Linux Kernel basierendes und voll und ganz auf das Web ausgerichtetes mobiles Betriebssystem, welches allerdings nicht WebKit sondern - oh, welch Wunder - Gecko für das Rendering der Apps benutzt.
Im Gegensatz zu webOS ist Firefox OS allerdings komplett Open Source und nach OpenMoko und vielen anderen Linux Distributionen für mobile Geräte ein Lichtblick. Wir erinnern uns, weit vor der Zeit von iPhone und Co. gab es neben PDAs mit Windows CE/Windows Mobile und PalmOS eine nette kleine PDA-Modelreihe von Sharp: den Zaurus. Mit Opie und GPE wurden von der Community, verpackt in u.a. OpenZaurus und später der heute immer noch existierenden Ångström Distribution, zwei, für damalige Verhältnisse, sehr gute grafische Oberflächen geschaffen - auf Basis der Entwicklungen von Sharp.
Den Übergang in die Smartphone-Welt überlebte Opie oder GPE nie. OpenMoko und "Nebenbuhler" für die Smartphones GTA-01 bis GTA-04 waren zwar ein netter Ansatz, aber für den Mainstream nicht zu gebrauchen.

Android, welches sich Google einkaufte, brachte wieder Schwung in das Thema "Linux on Handhelds". Allerdings ist Android natürlich stark mit Google verbandelt und auch nicht 100%ig offen. Zwar gibt es mit cyanogenmod und anderen Projekten bereits Distributionen, die dieses Problem auf manchen Geräten beheben, aber dennoch schwingt Google für den "normalen User" immer mit. Und sei es nur damit man über den Play Store Zugriff auf alle möglichen Apps hat.

Mozilla ist da schon als Hersteller ein ganz anderes Kaliber und hat Firefox OS eher für die Konsumenten als für Konzerninteressen entwickelt.
Im Mai diesen Jahres konnte man sich für ein nettes Entwicklerprogramm bewerben; Die Firma Geeksphone hat mit ihren beiden Entwicklergeräten, dem Keon und dem Peak, zwei sehr günstige Smartphones auf den Markt gebracht. Beide sind, dem Konzept von Firefox OS entsprechend, keine High-End-Super-Phones (sic), da die späteren Enduser-Geräte auch in Ländern wie Lateinamerika oder Osteuropa erschwinglich sein sollen. Mozilla hat nun das Keon quasi an Entwickler verlost, die entweder gute neue Apps für Firefox OS entwickeln oder bestehende Apps anderer Platformen portieren wollen.
Anscheinend gefiel Mozilla meine Idee, meine Android App, welche ich für die Schwäbische Zeitung Online entwickelt habe, zu portieren sowie die Aussicht, eventuell einen XMPP Client zu entwickeln. Nun freue ich mich auf das Keon und obwohl ich ja eigentlich C/C++ mehr mag, auch auf das Coden für den für mich geistigen Nachfolger von webOS.