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Eine Exkursion ins Outernet

Die Idee hört sich gut an; Nachrichten, Wikipediaartikel, Wetterdaten und ähnliches per Satellit quasi wie Radio empfangen. Aber an der Umsetzung hapert es bis heute. Gegründet wurde Outernet Inc. bereits 2014 und hat diverse Frequenzband- und Hardwarewechsel hinter sich.

Vor fast genau einem Jahr hatte ich endlich alle Teile zusammen um meinen eigenen Outernet-Empfänger zu bauen. Die damals offizielle Patch-Antenne, eine Zwischenplatine und ein SDR an einen angeschlossen Raspberry Pi 3 angeschlossen und das alles mit meiner Frau zusammen in eine Frischhaltebox eingebaut.

Der Empfänger lief tadellos bei Wind und Wetter. Allerdings merkte ich recht schnell, dass die Software für den Raspberry etwas zu anspruchsvoll war. Die Oberfläche reagierte immer sehr träge; das Öffnen von Dokumenten war oftmals mit Wartezeiten von über 2 Minuten verbunden. Für den täglichen Einsatz war es nicht zu gebrauchen. Ich habe mir daher jeweils Dokumente per SFTP geholt und sie auf meinem Arbeitsrechner gelesen.

Natürlich müssen Nachrichten auch in Chinesisch und Arabisch vorliegen, wenn das Angebot für eine weltweite Nutzung konzipiert ist. Allerdings ist es recht mühsam, wenn man die für einen selbst nicht lesbaren Dokumente erstmal manuell rausfiltern muss - weder beim Empfang der Daten noch in der Browser-basierten Oberfläche gab es Filtermöglichkeiten.

Optisch eindrucksvoll war durchaus die Wetteranzeige: Ein 3D-Globus mit verschiedenen einstellbaren Wetterdaten. Für den Alltag war dies aber völlig unzureichend. Eine simple Wetter App mit Max/Min Temperaturen, Wetterlage u.ä. ist viel sinnvoller. Aus den übertragenen Daten wäre sowas machbar gewesen.

Die technischen Schwierigkeiten der Raspberrylösung taten ihr übriges; Etwa alle 2 Monate musste man den Empfänger durchstarten, weil der Raspberry nicht mehr reagierte. Meist war zwar das WLAN des Empfängers noch verfügbar aber man konnte sich entweder nicht mehr verbinden oder die Oberfläche lud nicht.

Outernet Inc. hat während meines Testlaufs die Hardware mehrmals auf verschiedene SBC umgebaut, die Firmware für den Raspberry Pi nicht mehr weiter entwickelt und schlussendlich Ende 2017 auch vom L-Band wieder auf ein anderes Frequenzband (Ku) umgestellt.

Da dies nun quasi einen neuen Empfänger bedeuten würde habe ich das Projekt für mich eingestellt.